OK-TVs in Rheinland-Pfalz gestört!

Seit dem 1. Juli 2016 ist die Kabelzuführung aller Bürgersender in Rheinland-Pfalz gestört. An manchen Orten kam es zwischenzeitlich sogar zum kompletten Sendeausfall. Andere senden mit starken Einbußen in der Bild- und Tonqualität.

Am Donnerstagnachmittag, 30. Juni 2016, erhielten die Verantwortlichen in den OK-TV-Trägervereinen von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) die Mitteilung, dass in der Nacht auf Freitag, 1. Juli 2016 vom alten Anbieter, über dessen Leitungen die Sendesignale von den OK-TVs zur Vodafone Kabel Deutschland bisher geführt wurden, auf einen neuen Dienstleister umgeschaltet werden muss. Dieses Umschalten ist ohne erfolgreichen Testbetrieb bzw. sogar in der Kenntnis erfolgt, dass die neuen Leitungsverbindungen nicht den notwendigen Qualitätsmerkmalen genügen. Obwohl es zu den Störungen im Sendegebiet kam und einzelne OK-TV-Sender sich bereits schriftlich an die Verantwortlichen in der LMK wandten, erhielten diese bislang keine Rückmeldung, wie und wann die Mängel endlich beseitigt werden sollen.

Der Landesverband hatte schon im Vorfeld vor den Problemen im Rahmen der Ausschreibung und den Komplikationen beim Wechsel des Dienstleisters gewarnt. Er wirft daher den Verantwortlichen in der LMK organisatorisches und fachliches Versagen bei der Umsetzung vor.

Update 17.07.2016, 22:45 Uhr: Am Freitag, 15. Juli 2016 kam es in den frühen Morgenstunden zu einem landesweiten Totalausfall aller OK-TV-Programme. Die Störung dauert teilweise noch immer an.

Update 27.07.2016: Nach wie vor werden die Signale der OK-TVs nicht in technisch einwandfreiem Zustand übertragen. Glücklicherweise konnten in den letzten Tagen Totalausfälle durch verschiedene Workarounds größtenteils vermieden werden. Die Auswirkungen der schlechten Signalqualität für unsere Zuschauerinnen und Zuschauer sind auf unterschiedlichen Endgeräten unterschiedliche stark ausgeprägt.
Am Schlimmsten trifft die OK-TV-Sender jedoch, dass sie größtenteils aus den Senderlisten der Empfangsgeräte verschwunden sind. So erreichen einige OK-TV-Sender Anfragen ihrer Zuschauerinnen und Zuschauer, ob der Sender geschlossen wurde. Andere Rezipienten könnten ggf. gar nicht bemerken, dass ein Sender fehlt und sind so für die OK-TVs verloren. „Viele Konsumentinnen und Konsumenten sind mit der Durchführung eines Sendersuchlaufs überfordert“, berichten die OK-TVs von ihren Gesprächen mit den Zuschauerinnen und Zuschauern.

Update 09.08.2016: Die Trägervereine wurde am 5. August darüber informiert, dass weitere Umstellungen notwendig sind. So wird in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (10. auf 11. August) die Leitungsführung umgestellt. Vorab sollen die Leitungswege überprüft werden. Sollten Schwierigkeiten auftreten, soll laut Dienstleister-Firma binnen weniger Minuten der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden können.

Update 12.08.2016: Leider haben die OK-TV bisher keinerlei Rückmeldung von Seiten der LMK oder des Anbieters erhalten, ob die Umstellung nun vollständig erfolgt sei. An mehreren Standorten wurden in der Nacht vom 10. auf 11. August lediglich längere Ausfälle beobachtet, die auf Umstellungsversuche oder Arbeiten am Übertragungsweg hindeuten könnten.

Das Service Level Agreement (SLA) wird weiterhin nicht eingehalten und die regelmäßigen Störungen und Ausfälle treten somit auch weiterhin landesweit und trotz teilweiser „Workarounds“ unverändert auf. Dies lässt sich anhand eines sog. „permanenten SLA-Loggings“ bereits auf der Teilstrecke von den einzelnen Studiostandorten zum Anbieter nachvollziehen. Für die Gesamtstrecke zu Kabel Deutschland in Frankfurt steht leider kein adäquates Überwachungssystem zur Verfügung.

Bei mindestens sechs OK-TVs  haben die angekündigten SLA-Nachweise (Vor-Ort-Messung erforderlich) offensichtlich auch nicht stattgefunden – von den anderen Standorten liegen uns keine Informationen vor.